Bürgermeister Thomas Meiler (CSU) peilt bei der Kommunalwahl die dritte Amtszeit an. Doch er hat einen Herausforderer: Auch SPD-Kandidat Holger Bannert will ins Rathaus. Vor sechs Jahren unterlag er mit einem respektablen Ergebnis.
Von Stephanie Hladik
Flossenbürg. In der Gemeinde Flossenbürg treten bei der Kommunalwahl am 8. März zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt an. Neben Bürgermeister Thomas Meiler (CSU) bewirbt sich für die SPD Holger Bannert. Der Herausforderer versuchte es bereits vor sechs Jahren und kam dem Amtsinhaber durchaus nahe. Um die zwölf Sitze im Gemeinderat bewerben sich die CSU, die SPD und die Freie Wählergemeinschaft (FWG) mit eigenen Listen. Im aktuellen Gemeinderat stellen CSU und SPD je fünf Räte, und die FWG hat zwei.
Der amtierende Bürgermeister Thomas Meiler könnte sich gelassen zurücklehnen. Doch das ist nicht sein Ding. "Eine Wahl ist immer eine Herausforderung." Er möchte im Amt bleiben, um noch ein paar Dinge zu erledigen. Da wäre zum Beispiel das Wohl der Senioren. "Wir haben nichts im Ort, wo sie wohnen könnten, wenn es zu Hause nicht mehr geht", sagt er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Das Alte Schulhaus könnte man umbauen, vielleicht Wohngemeinschaften schaffen. "Wir haben in dem Bereich ein Defizit. Das zeigen uns immer mehr Anfragen."
Zeitnah anpacken will der 56-Jährige verheiratete Vater dreier Kinder den Bau eines neuen Feuerwehrhauses. Die Suche nach einem geeigneten Standort laufe. Auch Projekte der Dorferneuerung stehen an. Im Sommer soll das Umfeld des sanierten Kiosks in der Ortsmitte samt Friedhofsvorplatz neu gestaltet werden. In Altenhammer sieht Meiler dringenden Handlungsbedarf. "Leerstand und veraltete Substanz, der ganze Ortsteil braucht eine Überarbeitung." Unterstützen will Meiler auch Unternehmen im Ort beziehungsweise bei der Neuansiedlung. Hier habe er unter anderem die leerstehenden Hallen der ehemaligen 595° Solutions im Blick.
Bei der Mittags- und Nachmittagsbetreuung der Schulkinder sieht er die Gemeinde gut aufgestellt, und der Kindergartenumbau wurde abgeschlossen. Die Energiewende wurde durch das Kommunalunternehmen angepackt. PV-Anlagen lieferten bereits 3,8 Megawatt Strom. "Bei Sonnenschein sind wir faktisch autark", sagt der Bürgermeister. Die sanierte Freizeitanlage tue dem Tourismus gut, Gastronomie und Einzelhandel profitierten durch steigende Gästezahlen. Flossenbürg zeige sich als Ort auch durch die KZ-Gedenkstätte. "Ein forderndes Thema für eine Gemeinde mit nur 1500 Einwohnern. Es ist wichtig, dass wir bei allem hier die Bürger mitnehmen", weiß Meiler. Froh ist er, dass Gemeinschaft und Ehrenamt funktionierten. "Wir haben viele engagierte Menschen, die was bewegen."
Die CSU stelle eine ausgewogene Liste. "Wir haben junge und erfahrene Kandidaten am Start." Die Bereitschaft, ein Amt zu übernehmen, sei längst nicht mehr selbstverständlich. Die Gesellschaft sei kritischer geworden. Das müsse man aushalten können, sagt Meiler. Seine Erfahrungen als Chef der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus kämen ihm hier durchaus zugute. Am Gemeinderat schätze er die Zusammenarbeit. "Wir mussten immer um Mehrheiten kämpfen, aber die Beschlüsse waren in der Mehrzahl einstimmig." Die drei Parteien (CSU, SPD und FWG) würden die Bedürfnisse in der Gemeinde gut abdecken. Zum Wohl der Bürger wünsche er sich weiterhin ein gutes Miteinander.
Den Teamgedanken über die Fraktionen hinweg schätzt auch der 45-jährige Holger Bannert. Wenn gleich er im Gremium durchaus noch Luft nach oben sieht. "Hier könnte manchmal ergebnisoffener diskutiert werden." Seine Motivation als Herausforderer sei ungebrochen. Seit sechs Jahren sei er Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister. Er freue sich noch heute, dass er 2020 als politischer Quereinsteiger auf Anhieb 40,8 Prozent geschafft habe. Erst danach sei er der SPD beigetreten. "Heute kenne ich die Abläufe der Verwaltung und die Probleme noch besser, auch durch mein Amt als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses", sagt der Diplom- Wirtschaftsingenieur und verheiratete Vater eines Sohnes im Gespräch.
Seine Stärke sieht der frühere Qualitätsmanager bei Nexans in der Suche nach Lösungen. Flossenbürg brauche Gewerbe und Ersatz für verlorene Arbeitsplätze. "Es gibt Lichtblicke, aber die sind noch nicht spruchreif", lässt er anklingen. Flossenbürg brauche auch eine Nahversorgung. "Wir haben noch ein Lebensmittelgeschäft, das wir unterstützen müssen." Wichtig sei der Feuerschutz. Bei der Suche nach einem Standort für ein neues Feuerwehrhaus will er "die Leute an einen Tisch bringen". Auch die Kanalsanierungen blieben Thema. Das Rohrsystem sei zum Teil bis zu 70 Jahre alt. Am Plattenberg befinde man sich auf den letzten Metern.
Bei der Suche nach Kandidaten für die Gemeinderatsliste habe sich die SPD "diesmal übertroffen", findet Bannert. Es sei eine gute und dynamische Liste jeden Alters, darunter auch vier parteilose Bewerber. "Mich freut zum Beispiel, dass bei den Jungen
Ludwig Faltermeier ein zweites Mal antritt und auch Peter Gruber als Ehrenvorsitzender und Chef vom 'Murphys' wieder dabei ist." Ziel sei, in der ehemaligen SPD-Hochburg Flossenbürg den Rathaussitz zurückzuholen. Im künftigen Gemeinderat ("hier sind alle demokratischen Parteien willkommen") wünsche er sich eine offene Gesprächskultur.
Mit sieben Frauen und fünf Männern hat die Freie Wählergemeinschaft (FWG) eine in den Augen von Fraktionssprecher Stefan Erndt starke Liste aufgestellt. Ehrenamtliches Engagement sei nicht mehr selbstverständlich, wie er in der Nominierungsversammlung im vergangenen November feststellte. "Umso mehr freut es mich, dass wir für die Wahlen zum Gemeinderat Kandidatinnen und Kandidaten gefunden haben", sagte er. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten hat die FWG nicht am Start.
Stefan Erndt, der die Liste der zwölf Bewerber anführt, wolle die bisherige erfolgreiche überparteiliche Zusammenarbeit im Gemeinderat fortsetzen. Dabei sollten die Bürger immer im Mittelpunkt stehen. An abgeschlossenen Maßnahmen nannte Erndt in der Versammlung unter anderem die Turnhallensanierung, die Erweiterung der Kindertagesstätte und das Projekt "Streuobst für alle".
Die FWG hat im Gemeinderat zwei Sitze. Ob es mehr werden könnten, wird sich zeigen. Neben Erndt kandidiert auch Karlheinz Grundler wieder. Er war erst im Oktober für die ausgeschiedene Birgit Neumann nachgerückt, die über 14 Jahre lang für die Freien Wähler im Gremium saß. Ihre damaligen Worte zum Abschied dürften die neuen Bewerber motivieren: "Es kostet Nerven, aber es lohnt sich."
Der Neue Tag vom 24.02.2026
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